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Ein Eintrag zu Ihrer Anfrage

(erzeugt 2022-10-05 00:24)


Signatur: EvB/B 192/212

Brief an Carl H. Cremer / Emil von Behring
Marburg, 17.04.1915. – masch. m. eh. Unterschrift u. eh. Korr., 11 S. (Durchschlag)

Anm. auf S. 1: "Cf. Mein Brief vom 11. II. 1915, S. 2"

Ländercode UNIMARC: XA-DE

Alte Signatur: 08-01/k-I/Nr. 1527

Bezugnahme auf C. Brief vom 13.04.1915. Die im ersten Geschäftsjahr erzielten Erfolge seien "dem Verkauf von Tetanusserum, von Choler[a]impfstoff und Typhusimpfstoff" sowie B.s direktem Kontakt mit der Medizinalabteilung des Kriegsministeriums und der Herstellungsmöglichkeit der Präparate innerhalb der Marburger Behringwerke und Siebert zu verdanken. Der Etat würde jedoch durch die Geschäftsunkosten der kaufmännischen Leitung in Bremen stark belastet. Die Unkosten sollten durch (unnötige) Reklamemaßnahmen, Geschäftsreisen oder Agenten-Honorare nicht weiter steigen, B. setze hingegen auf "solide wissenschaftliche Begründung, [...] Autorität und Originalität". Die Produkte der Behringwerke - zu denen "ausser den Immunseris [das] Diphtheriemittel TA, das Styptin, das Druseserum, [die] zur Bekämpfung der Tuberkulose der Rinder gefundenen Mittel, denen sich voraussichtlich auch solche für den Menschen anschliessen werden", und die "Tierseuchen-Mittel" - deckten dringende Bedürfnisse und seien nicht mit "Handelsartikel[n] für Luxusbedürfnisse" zu vergleichen. Reklame sei überflüssig und "unnötig geldzehrend". Bezüglich des ausführlich diskutierten geplanten Verkaufs eigener Grundstücke und Gebäude an die Behringwerke bleibe B. seinen Grundsätzen treu, nur dauerhaft rentable Geschäfte der Gesellschaft zu empfehlen. So habe es bisher schon Gewinneinbußen durch fehlende Pferdeställe und damit Serumpferde für die Tetanusserumgewinnung gegeben. - Zur Auseinandersetzung mit C. selbst, seinem für das Gedeihen der Gesellschaft unentbehrlichen "Gegner in geschäftlichen Grundsätzen" ("Ich habe mich nach Kräften gewehrt und kann nicht leugnen, dass ich ein grosses sportsmässiges Vergnügen daran gehabt habe, mit Ihnen gelegentlich auf die Mensur zu gehen und lustig die Klingen zu kreuzen."), und mit Freudenberg ("bösartig" oder "dumm"), auch unter Bezugnahme auf einen zurückliegenden Brief Freudenbergs vom 13.05.1914 ("die richtige Ehe zwischen Wissenschaft und Kaufmannschaft herzustellen ist eine der schwierigsten Aufgaben"). - In der Nachschrift Auseinandersetzung mit Söders an die Mitglieder des Aufsichtsrates versandten Vorschlags, zur Bekämpfung der Brustseuche der Pferde Salvarsan durch ein Arsenpräparat der Behringwerke zu ersetzen. Dieses neue Projekt sei nach B. zum einen "ein unfairer Eingriff in die wohlerworbenen Rechte meines Freundes Ehrlich", zudem sei es "in das Gebiet impotenter Begehrlichkeit" zu verweisen. B. schlägt vor, eine Firma "Söder und Freudenberg" zu gründen, dort Rüther als Mitarbeiter einzustellen und im Gegenzug Friling in Marburg als Prokuristen oder kaufmännischer Mitarbeiter Sieberts zu beschäftigen. Unter B.s Einfluss könne er sich "als sehr nützliches Mitglied der Gesellschaft entpuppen". Der Schwerpunkt der Behringwerke sollte nach B.s Willen tatsächlich und dem Namen nach nach Marburg verlegt werden. Aus den erzielten Gewinnen könnte dann "eine grosszügige Fabrikationsstätte mit sicherer Rentabilität" in Bremen errichtet werden. - Im Anschluss Wiedergabe eines Briefes B.s an Söder vom 13.04.1915, betreffend den Bruch mit Freudenberg, den Umbau der Marburger Zementhalle und die nächste Generalversammlung, zu der auch Brauer erscheinen werde.

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Zuletzt aktualisiert: 26.06.2012 · evb

 
 
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Emil-von-Behring-Bibliothek / Arbeitsstelle für Geschichte der Medizin,
Bahnhofstraße 7, D-35037 Marburg Tel. 06421/28-67088, Fax 06421/28-67090, E-Mail: evb@staff.uni-marburg.de

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