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Ein Eintrag zu Ihrer Anfrage

(erzeugt 2021-10-17 07:43)


Signatur: EvB/F 5

Brief an Bernhard Möllers / Erich Wernicke
Landsberg an der Warthe, 29.08.1924. – masch. m. hs. Erg., 7 S. (Abschr.) + 1 Beil. (s. Unteraufnahme)

Ländercode UNIMARC: XA-DE

Alte Signatur: 08-01/k-I/Nr. 1046/Dok. 0000904

W. nimmt Bezug auf Möllers' Buch "Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege im Deutschen Reiche" [Berlin: Urban und Schwarzenberg, 1923] und das darin enthaltene Kapitel über die Entstehung des Diphtherieserums. Ihm selbst sei es gelungen, "im Tierexperiment im Serum die Antitoxine bei Di[phtherie] und die gesetzmäßige Steigerung ihrer Wirksamkeit bei gleichzeitiger Steigerung ihrer Immunität zuerst bei Meerschweinen und dann bei Schafen, Hunden und Pferden nachzuweisen. - Das geschah in den Jahren 1890 bis 1893. - Behring war wegen seines unruhigen Naturells und dann aber auch wegen seiner damaligen fortwährenden Krankheiten (1890-1893) gar nicht in der Lage, tagein, tagaus jahrelang sorgfältige Tierexperimente zu machen: Das überließ er gern mir." Würdigung und Lob W.s durch Ehrlich, der damals W.s Oberarzt war. Auch Lister, damals mit seiner kranken Nichte in Berlin bei Koch, zeigte sich interessiert und informierte das Institut Pasteur (Roux) darüber. Schon Weihnachten 1891 konnten Behring und W. die ersten Versuche mit Diphtherieheilserum an Kindern machen. Das Verdienst der Diphtherieserumentdeckung schreibe er sich zu; "die Zusammenarbeit mit dem damals schon hypernervösen Behring" sei sehr schwer gewesen, sodass W. auch das "als ein Verdienst für mich in Anspruch nehme [...], mit ihm auf Gedeih und Verderb zusammen gearbeitet zu haben. Vielleicht sind am Reichsgesundheitsamt noch Herren, die Behrings Empfindlichkeit und Rücksichtslosigkeit in Prioritätsfragen kennen, auch seinen Mitarbeitern gegenüber.". - Sodann spricht W. Ehrlich und Wassermann primäre Verdienste um die Heilserumtherapie ab. Die Diphtheriegiftdarstellung (1888) sei Roux und Yersin zuzuschreiben, Löffler sei der Nachweis des Diphtheriegiftes gelungen; die grundlegende Wertbestimmungsmethode des Antitoxins (1896) rühre von Ehrlich her, jedoch hätten seine und Behrings Methode Vorzüge. Es folgen Hinweise auf die diesbezüglichen Veröffentlichungen (von Wassermann 1915, Behring 1905 und 1894, Roux und Mecnikov 1914). - Weiterhin Hinweis auf W.s Erfolge bei der Immunisierung von Meerschweinen gegen Milzbrand und Rückfrage an M. als Tuberkoloseforscher zum Tuberkulose-"Bacillus".

EvB/F 5/1
1. Brief an Thorwald Madsen / Erich Wernicke. – [o.O.], [o.D.]

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Zuletzt aktualisiert: 26.06.2012 · evb

 
 
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