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Ein Eintrag zu kohl, friedrich georg [1855-1910] BEHANDELTE PERSON
im Register Personen und Körperschaften

(erzeugt 2020-10-29 04:01)


Signatur: EvB/L 249

Brief an Emil von Behring / Preussisches Ministerium der Geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten
Berlin, 08.03.1907. – masch. m. hs. Unterschrift u. hs. Unterstr. + 1 Beil.

Briefkopf: "Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten. Berlin W. 64"

Beil. (masch. m. eh. Erg. u. Unterstr., 23 S.): "Ueber die Infektionswege der Tuberkulose" / [Emil von Behring]. [Marburg], [o.D.]: Die verschiedenen Arten der tuberkulösen Wundinfektion nach Verletzung der Epidermis führten zur Tuberkulose des Gesamtorganismus, der Transport erfolge über die Lymphbahnen und gelange über die Lymphdrüsen in die Blutbahn, von wo aus die Lungentuberkulose (Beschreibung durch Laennec) ausgelöst werde. Denkbar seien auch andere Infektionswege, etwa durch "Einatmung des Virus durch den Kehlkopf hindurch in die tieferen Luftwege und in die Lungenalveolen", von den intestinalen Schleimhäuten und den in die Schleimhäute eingelagerten follikulären Apparaten aus beginnend oder durch "primäre Infektion durch die Placenta hindurch". Argumente gegen die von Julius Cohnheim und Buchner in München vorgetragene Auffassung einer Infektion durch Einatmung (inhalatorische und respiratorische Infektion). Nach B. könne sowohl die intestinale Infektion "(Deglutition") als auch die pulmonale Infektion "(Aspiration)" eine Lungentuberkulose erzeugen, dies sei jedoch nicht zwingend, wie die Kaninchen- bzw. Rinderversuche von Villimin [= Jean Antoine Villemin] und Vallée gezeigt hätten. B. habe beobachtet, dass das "Belecken der Nabelwunde durch das tuberkulöse Muttertier" bei neugeborenen Kälbern mit Nabelinfektionen Lungentuberkulose erzeuge. Bei Schweinen (Milchferkeln) würde eine tuberkulöse Infektion durch Fütterung mit tuberkulinbazillenhaltiger Kuhmilch erzeugt. Zur Trennung und Unterscheidung von Tuberkel und käsiger Pneumonie (Laennec, Virchow). Einer käsigen Pneumonie gehe eine exsudative Entzündung voraus, die nach Orth "durch den Mangel an polynucleären Leukocyten" ausgezeichnet sei. - Beschreibung der Untersuchungen von Hans Much an einem mit Tuberkuloseerregern infizierten Kalb (mit Tabelle). Darstellung der frischen Lungentuberkuloseausstrichpräparate unmittelbar nach der Sektion des Kalbes mit Färbung nach Ziehl und nach Gram. - Ergebnisse der von Dr. Kremser (Sülzhayn) zugeschickten Probe eines aseptischen alten Abszessen vom Menschen. - Nach dem Vergleich von tuberkulösen Herderkrankungen mit "ebensolchen Granulis in subkutanen lebrösen [Wort unterstrichen] Herden", die B. "unter dem Einfluss des Deycke'schen Nastin's" [ein zur Leprabehandlung entwickelter Stoff] bei seinem Besuch im Gylhanné-Krankenhaus in Konstantinopel gesehen hatte, habe B. in Gemeinschaft mit Siebert ein nastinähnliches Präparat aus dem Tulaselactin entwickelt. Zur noch unbeantworteten Frage nach der "Lebensfähigkeit und Vermehrungsfähigkeit der bakteriolytischen Zerfallsprodukte des Tuberkulosevirus", Planung eines "Schweineexperiment[s]". Über die "morphologische Bedeutung und die chemische Natur der Granula", die zu den Babes-Ernst'schen Körperchen" zu zählen seien. Hinweise auf Publikationen von Kohl (Botanik, Marburg), sowie Arthur Meyer und Grimme ("Volutanskugeln") sowie B.s Pariser Vortrag von 1905. Fazit: Die Untersuchungen "über die Verbreitung des zur Lungenschwindsucht führenden Tuberkulosevirus" dürfte man zukünftig nicht mehr beschränken "auf den nachweis des ziehlfärbbaren bazillären Virus", sondern auch "auf die granulären Zerfallprodukte des Tuberkelbazillus". Untersuchung eines infizierten Schweins. - Auflistung der Unterfragen betreffend die Tuberkulose.

Ländercode UNIMARC: XA-DE

Zur Anfrage der Internationalen Vereinigung gegen die Tuberkulose vom 27.10.1906, "betreffend die Infektionswege der Tuberkulose". Als Direktor des Instituts für Hygiene und experimentelle Therapie in Marburg solle B. die gestellten Fragen "einer eingehenden Prüfung" unterziehen. Im Herbst 1907 solle die deutsche Wissenschaft auf der Wiener Konferenz ihre Forschungsergebnisse vorstellen.

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Zuletzt aktualisiert: 26.06.2012 · evb

 
 
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Emil-von-Behring-Bibliothek / Arbeitsstelle für Geschichte der Medizin,
Bahnhofstraße 7, D-35037 Marburg Tel. 06421/28-67088, Fax 06421/28-67090, E-Mail: evb@staff.uni-marburg.de

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