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6 Einträge zu wernicke, erich [1859-1928] ABSENDER
im Register Personen und Körperschaften

(erzeugt 2022-06-26 12:38)


Signatur: EvB/F 5/1

Landsberg an der Warthe, 29.08.1924. – masch. m. hs. Erg., 7 S. (Abschr.) + 1 Beil. (s. Unteraufnahme)
[^]. 1.
Brief an Thorwald Madsen / Erich Wernicke
[o.O.], [o.D.]. – masch. m. hs. Anm. [von Heinz Zeiss?], Korr. u. Unterstr., 5 S. (Entw.)

Ländercode UNIMARC: XA-DE

Nur W. sei in der Lage, "eine genaue Darstellung über die Art und Weise der Entdeckung des Diphtherieheilserums" zu geben. So besitze er die "Originalprotokolle der ersten grossen Tiere, deren Serum zur Behandlung der ersten Kinder auf der v. Bergmannschen Klinik in Berlin Ende Dez. 1891 diente". Diese Tiere habe W. selbst immunisiert. Es existierten auch Protokolle über immunisierte Meerschweinchen und besonders Hunde, deren Immunisierung als die "sicherste [Methode] zur Gewinnung von Heilserum" gelte (Hinweis auf Publikation durch W. 1893 im "Archiv für Hygiene"). - Gründe für die Zusammenarbeit mit Behring ("Behring's gewaltige eigenartige Persönlichkeit nahm mich ganz gefangen.") und das Interesse an der Diphtherie, die W. aufgrund einer eigenen Erkrankung und durch seine Tätigkeit als Unterarzt in der Henochschen Kinderklinik (Charité) im Jahr 1894 kenne. Als Mitautor beim Aufsatz in der "Deutschen medizinischen Wochenschrift" habe er deshalb nicht fungieren wollen, um Behring "die "Alleinentdeckerfreude zu lassen". Zudem habe Behring in seinen Publikationen stets W.s Verdienste hervorgehoben. - Durch die Behandlung des von Koch übernommenen algerischen Hammels (W. impfte ihm seine virulenteste Diphtheriekultur ein, das Tier starb) wurde eine Methode zur Herstellung des Serums entwickelt. Dieses wurde am 20.12.1891 in Zusammenarbeit mit Stabsarzt Geissler den diphtheriekranken Kindern in von Bergmanns Klinik eingeimpft - ohne Behring, der sich wegen gesundheitlicher Probleme ("Sehstörungen") auf Rat Goldscheiders zur Kur in Wiesbaden aufhielt. - Unterstützung bei den Tierversuchen (Schafe) habe W. durch seine Braut in Friedeberg erhalten. Zur Belieferung der Heubnerschen Kinderklinik mit Serum für Versuche an kranken Kindern. "Behrings Kaufmanngenie - er war ein ausgezeichneter Kaufmann - gelang es die Höchster Farbwerke für die Sache zu interessieren", mit der Folge, dass 1893 ein großer Tierstall für Pferde (Blutserumlieferanten für Tetanusheilserum) neben Kochs Institut "im sogenannten Dreieck bei der Charité unter den Stadtbahnbögen" entstand. Roux habe 1894 beim Kongress in Budapest für das Heilserum "Propaganda" gemacht. Hinweis auf W.s Publikation "Über die Vererbung der Di[phtherie]-immunität" (1895). - Privates: Behrings Schwester [Emma Schumburg] habe Behring von 1892 bis 1894 sorgsam gepflegt. "Bei der Taufe seines ersten Sohnes [Fritz] waren Roux-Paris, Löffler-Greifswald und ich selbst als Paten bei dem Kinde in Marburg; es war dieses Fest ein wahres Fête d'esprit, eine Siegesfeier über die Diphtherie." - "Die Zusammenarbeit mit Behring war bei seinem Naturell vielfach nicht leicht, und gelegentlich gab es Differenzen, die aber im Hinblick auf die Grösse des uns beschäftigenden Problems schnell immer beigelegt wurden." Hinweis, Zitate und Kommentierung des Behring-Briefes an W. vom 18.03.1892 aus Wiesbaden (Differenzen wegen der Versuche an kranken Kindern in der Klinik von Bergmanns). Über die weitere Zusammenarbeit mit Behring in Marburg (Tuberkulose, Pest, Milzbrand). Bekräftigung seines Anspruchs, "nach Behring die grössten Verdienste um die Entdeckung des Di-Heilserums zu haben". Zum Verlust des Posener Hygiene-Instituts und zur neuen Arbeitsstätte in Landsberg an der Warthe (Preußisches Hygiene-Institut).

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Signatur: EvB/B 158/1

Brief an Emil von Behring / Erich Wernicke
Rasdorf bei Posen, 23.12.1912. – eh., 16 S.

Ländercode UNIMARC: XA-PL

Alte Signatur: 08-01/k-I/Nr. 1046/Dok. 0000900a

Weihnachtsgrüße, Dank für übersandte Weihnachtsgeschenke an W.s sechs Kinder. - Zur Berliner "Medizinalstelle", die er nicht annehmen wolle, mit Begründung: Er habe sich in Posen auf Dauer angesiedelt, den Neubau seines Instituts "mit aller Macht" betrieben, im April 1913 ziehe er in das neue Institut, um das er fast dreizehn Jahre gekämpft habe. Seine "Hauptneigung" sei "die experimentelle Tätigkeit". Zudem sei er in Vereinen und der Stadtverordnetenversammlung tätig, und seine "Posener Tuberkulosestatistik" habe "Schule gemacht". Er habe sich ein Gut außerhalb Posens gekauft, das er landwirtschaftlich bebaue. Auch Heinrich W.s Pneumonie hätte einen Umzug aufs Land notwendig gemacht. W. halte Pferde, Kühe, Schweine und Ziegen, die er gegen Tuberkulose immunisiere. - W. bittet B. bei dem Ministerialdirektor Naumann ein Wort für W. einzulegen, damit der preußische Staat ihm für seine Mitbeteiligung "an den grundlegenden Diphtheriearbeiten eine äussere Anerkennung u. gehaltliche Aufbesserung zu Teil lassen werde möchte". Der Staat habe damit "Millionen verdient", die Entdeckung erhalte "alle Jahre 5000 Kinder am Leben". Zum Unterhalt seiner sechs Kinder benötige er eine Gehaltszulage und Gratifikation, zudem bittet er um die Ernennung zum Obermedizinalrat. "Sei daher so gut, mein lieber v. B., [...] dafür zu wirken, daß meine hiesige Position verbessert wird in obigem Sinne, dann habe ich es hier in Posen besser, als in Berlin, wo Jeder immer noch einen Größeren findet, während ich hier ohne Concurrenz die erste hygienische Autorität bin." [Satz unterstrichen.] Auf S. 16 in Abschrift ein Brief des Berliner Stadtrates Dr. Weyl betreffend die Berufung W.s nach Berlin.

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Signatur: EvB/B 162/23/6

2 Br., 5 Telegr.
[^]. 6.
Telegramm an Emil von Behring / Erich und Meta Wernicke und Kinder
Posen, 14.03.1914. – 1 S.

Vorname der Absenderin ermittelt

Ländercode UNIMARC: XA-DE

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Signatur: EvB/B 158/2

Postkarte an Emil von Behring / Erich Wernicke
Dresden, 13.08.1914. – eh., 2 S.

Ländercode UNIMARC: XA-DE

Alte Signatur: 08-01/k-I/Nr. 1046/Dok. 0000902

Feldpostkarte. "Ich selbst u. mein aeltester Sohn Heinrich, der als Kriegsfreiwilliger beim 6. Gren. Reg[imen]t. angetreten ist, haben auch das große Glück mit ins Feld zu ziehen. Meine Frau u. die übrigen 5 Kinder sind zunächst noch in Rasdorf geblieben, über ihr weiteres Schicksal weiß ich seit 5 Tagen nichts. [...] Dein alter E. Wernicke. Generalarzt bei der Etappen-Inspection. Gott schütze Euch u. uns Alle."

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Signatur: EvB/B 158/3

Brief an Emil von Behring / Erich Wernicke
Krowno, 04.12.1915. – eh., 4 S.

Ländercode UNIMARC: XA-PL

Alte Signatur: 08-01/k-I/Nr. 1046/Dok. 0000903a

Glückwünsche zum 25. Geburtstag des Diphtherieheilserums und zur Verleihung des Eisernen Kreuzes. B.s Entdeckung habe alles gehalten, was sie versprochen habe. Viele Millionen Kinder verdankten ihr das Leben. "[...] der Wille zum Sieg liess Dich alles Schwere überwinden, bis dieser Erbfeind des Menschengeschlechts am Boden lag, u. wenn Dir die Immunisirung nach Deinen neuesten Methoden gelingt, so wird eine nahe Zukunft von der Diphtherie als einer vollkommen überwundenen [...] Seuche sprechen, von welcher die v. B.sche Schutzimpfung die Welt befreit hat. Bei diesem Siegesritt als Dein Adjutant Dich begleitet zu haben, ist das Glück meines Lebens." - W. befinde sich im Dienste des Vaterlandes tief in Russland und halte die Seuchen im Zaum. Generalfeldmarschall Ludendorff habe ihn besucht und ihm das Eiserne Kreuz verliehen. - Zu Hause gäbe es Einquartierungen, die Ställe würden für fremde Pferde genutzt, die eigene Viehhaltung sei zu Ende. - B.s Forschungen hätten dem Vaterland größten Segen bereitet ("nach prophylact. Tet[anus]Heil Serum ist Starrkrampf verschwunden!").

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Signatur: EvB/F 5

Brief an Bernhard Möllers / Erich Wernicke
Landsberg an der Warthe, 29.08.1924. – masch. m. hs. Erg., 7 S. (Abschr.) + 1 Beil. (s. Unteraufnahme)

Ländercode UNIMARC: XA-DE

Alte Signatur: 08-01/k-I/Nr. 1046/Dok. 0000904

W. nimmt Bezug auf Möllers' Buch "Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege im Deutschen Reiche" [Berlin: Urban und Schwarzenberg, 1923] und das darin enthaltene Kapitel über die Entstehung des Diphtherieserums. Ihm selbst sei es gelungen, "im Tierexperiment im Serum die Antitoxine bei Di[phtherie] und die gesetzmäßige Steigerung ihrer Wirksamkeit bei gleichzeitiger Steigerung ihrer Immunität zuerst bei Meerschweinen und dann bei Schafen, Hunden und Pferden nachzuweisen. - Das geschah in den Jahren 1890 bis 1893. - Behring war wegen seines unruhigen Naturells und dann aber auch wegen seiner damaligen fortwährenden Krankheiten (1890-1893) gar nicht in der Lage, tagein, tagaus jahrelang sorgfältige Tierexperimente zu machen: Das überließ er gern mir." Würdigung und Lob W.s durch Ehrlich, der damals W.s Oberarzt war. Auch Lister, damals mit seiner kranken Nichte in Berlin bei Koch, zeigte sich interessiert und informierte das Institut Pasteur (Roux) darüber. Schon Weihnachten 1891 konnten Behring und W. die ersten Versuche mit Diphtherieheilserum an Kindern machen. Das Verdienst der Diphtherieserumentdeckung schreibe er sich zu; "die Zusammenarbeit mit dem damals schon hypernervösen Behring" sei sehr schwer gewesen, sodass W. auch das "als ein Verdienst für mich in Anspruch nehme [...], mit ihm auf Gedeih und Verderb zusammen gearbeitet zu haben. Vielleicht sind am Reichsgesundheitsamt noch Herren, die Behrings Empfindlichkeit und Rücksichtslosigkeit in Prioritätsfragen kennen, auch seinen Mitarbeitern gegenüber.". - Sodann spricht W. Ehrlich und Wassermann primäre Verdienste um die Heilserumtherapie ab. Die Diphtheriegiftdarstellung (1888) sei Roux und Yersin zuzuschreiben, Löffler sei der Nachweis des Diphtheriegiftes gelungen; die grundlegende Wertbestimmungsmethode des Antitoxins (1896) rühre von Ehrlich her, jedoch hätten seine und Behrings Methode Vorzüge. Es folgen Hinweise auf die diesbezüglichen Veröffentlichungen (von Wassermann 1915, Behring 1905 und 1894, Roux und Mecnikov 1914). - Weiterhin Hinweis auf W.s Erfolge bei der Immunisierung von Meerschweinen gegen Milzbrand und Rückfrage an M. als Tuberkoloseforscher zum Tuberkulose-"Bacillus".

EvB/F 5/1
1. Brief an Thorwald Madsen / Erich Wernicke. – [o.O.], [o.D.]

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Zuletzt aktualisiert: 26.06.2012 · evb

 
 
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