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Ein Eintrag zu ziggel, ... [architekt, mann] BEHANDELTE PERSON
im Register Personen und Körperschaften

(erzeugt 2022-06-25 04:19)


Signatur: EvB/B 192/203

Brief an Carl H. Cremer / Emil von Behring
Marburg, 10.04.1915. – masch. m. eh. Unterschrift u. Erg., 12 S. (Durchschlag)

Anm. auf S. 1: "Duplicat", "Vertraulich!"

Ländercode UNIMARC: XA-DE

Alte Signatur: 08-01/k-I/Nr. 1527

Grundsätzliches zur Unterbringung der Marburger Serumpferde zum Stallbau auf Elsenhöhe, Darstellung der unterschiedlichen Positionen der Marburger und der Bremer Gesellschafter. - Mit Bezugnahme auf ein Telegramm an William Söder vom 07.04.1915 bittet B. um sofortige Einberufung einer Generalversammlung, da er eine Krankmeldung Sieberts wegen Überlastung befürchte. Diese würde "zur Lahmlegung der produktiven und lukrativen Tätigkeit" des Unternehmens führen. Die "Bremenser Herren" sollten aufhören, "Herrn Dr. Siebert Aufträge zu erteilen, deren Zwecklosigkeit sich wiederholt erwiesen hat, und deren Zweckwidrigkeit in dem vorliegenden Fall betreffend den Stallbau nach einem Anschlag von Architekt Günthel auf Elsenhöhe für jeden Ortskundigen und Sachverständigen klar zu Tage liegt, deren gewissenhafte Ausführung mit der Erfüllung der derzeitigen Hauptaufgabe - der Produktion, Prüfung und Lieferung von Tetanusserum und Diphtherieserum - unverträglich ist, wenn [...] derartige Belastungsproben angestellt werden, dann muss auch die grösste Kraft versagen, und ich kann aus eigener Beobachtung hinzufügen, dass [...] die Grenze seiner Trag- und Spannkraft schon erreicht war." - Wortwörtliche Wiedergabe eines Briefes Sieberts an William Söder vom 09.04.1915, in welchem auf die von Architekt Ziggel vorausgesagten Schwierigkeiten bezüglich des Neubaus eines Stalles auf Elsenhöhe (Bauerlaubnis, Wasserleitung) hingewiesen wurde. Die Instandsetzung der Trockenhalle [= Zementhalle] sei erheblich kostengünstiger. Siebert könne sich zudem nicht mit den Vorarbeiten für den Stallbau beschäftigen. - B. könne "das Günthel'sche Projekt [...] nicht anders wie [sic!] ein Geldvergeudungsprojekt ansehen". B. bevorzuge den Ankauf einer in seinem Besitz befindlichen soliden und an die Behringsche Wasserleitung angeschlossenen Halle für 50 Pferde, die auch im Winter benutzbar sei. - Wortwörtliche Wiedergabe eines Briefes von Walther Freudenberg an B. vom 08.04.1915 (betreffend Berechnungen der Kosten des Gutes in Marbach, den Wert der Zementhalle in der Ziegelei, die Wasserversorgung auf Elsenhöhe, den Ankauf von Gelände und Gebäude in Marburg ausschließlich von B. und die Dauer der Gesellschafterversammlungen) mit Erwiderung B.s auf die von Freudenberg angesprochenen Punkte. B. schlägt hierbei eine Erweiterung des Impfstoffangebots nach dem Krieg vor, insbesondere zur Bekämpfung der Tierseuchen ("Milzbrand, Schweinerotlauf, Pferdedruse (Rotz?), Maul- und Klauenseuche usw."). Notwendig sei hierbei die Errichtung einer Abdeckerei zur Beseitigung der Tierkadavar, das günstigste Terrain sei hinter der Ziegelei. - B. lehnt die Bremer Vorschläge einer Tetanusserumgewinnungsanstalt in Bremen mit Hinweis auf die zu berücksichtigenden Unterschiede zwischen dem Arbeiten "einerseits mit Giften und andererseits mit vermehrungsfähigen Ansteckungsstoffen" ab. - Stellungnahme zu Freudenbergs Charakter (seine "Bösartigkeit und Taktlosigkeit"); er sei unfähig, "noch weiterhin im Aufsichtsrat zu sitzen". B. lehnt eine Wiederwahl in den Aufsichtsrat der Behringwerke ab, wenn Freudenberg gewählt werde. Dagegen schätze er Cremers "Geschäftskenntnis und Erfahrung" sowie dessen "schnelle Auffassung und Beherrschung kritischer Situationen". "Können wir nicht an einem [Wort unterstrichen] Strange ziehen, wo wir doch beide nichts anderes wollen, als nach bestem Wissen und Gewissen unsere junge Gesellschaft einer schönen Zukunft entgegenzuführen!" - Den vorliegenden Brief wolle B. nach einigen Tagen vertraulich an Siebert zur Kenntnis geben, eventuell auch an Söder. Es folgen Abschriften von Telegrammen betreffend die Verwendung der Zementhalle und die Errichtung eines Stallgebäudes (Bremen, 04.04.1915 und Antwort von B. und Siebert, Bremen, 06.04.1915 und Berlin 07.04.1915).

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Zuletzt aktualisiert: 26.06.2012 · evb

 
 
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Bahnhofstraße 7, D-35037 Marburg Tel. 06421/28-67088, Fax 06421/28-67090, E-Mail: evb@staff.uni-marburg.de

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